Ratgeber

Wie neue Technologien das Einkaufserlebnis verändern werden

von Stefan Mennecke10.07.2018
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Künstliche Intelligenz, wearable Technologien und weitere Innovationen verändern die Einkausfwelt. Welche Auswirkungen diese Technologien auf Prozesse und den Einzelhandel haben.

von Stefan Mennecke

Big Data und Smart Analytics waren erst der Anfang, mit Künstlicher Intelligenz (KI) und dem Internet der Dinge (IoT) wird die Branche in den nächsten zwölf Monaten und darüber hinaus nochmals agiler werden. Dem Verbraucher wird dies in Form von personalisierten Diensten und intelligenteren Kundeninteraktionen zugute kommen.

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Zu den spannenden Entwicklungen für das Jahr 2018 gehört die Wearable-Technologie, die auf innovative Art und Weise implementiert wird; und auch das Thema „Lieferung via Drohne“ wird weiter an Fahrt gewinnen. Aber es wird noch weitere Entwicklungen geben.

Künstliche Intelligenz rückt in den Vordergrund

Künstliche Intelligenz ist derzeit in nahezu allen denkbaren Bereichen das Trendthema. Unternehmen aller Größen nutzen sie, um ihre Arbeitsweise zu verändern und speziell im Einzelhandel zeigt der wachsende Einfluss von KI keine Anzeichen einer Verlangsamung.

Laut Gartner werden 85 Prozent der Kundeninteraktionen im Einzelhandel bis 2020 von einer KI verwaltet; das Analystenunternehmen Research and Markets prognostiziert, dass KI auf globaler Ebene im Einzelhandel von 993,6 Mio. USD im Jahr 2017 auf 5 Mrd. USD bis 2022 anwachsen wird.

Der Hauptgrund für das Wachstum in diesen Bereichen ist die Notwendigkeit, die enorme Menge an Daten, die von den Verbrauchern beim Einkauf durch mehrere digitale und physische Kanäle erzeugt werden, zu verstehen und zielführend zu verwerten. So können KI-Technologien diese Informationen interpretieren und datenbasierte Echtzeitinformationen bereitstellen, die Unternehmen zur Verbesserung ihrer Interaktion mit Kunden nutzen können. Zudem spielt sie auch bei der Automatisierung zeitaufwendiger Prozesse eine entscheidende Rolle und bietet das individuellere Einkaufserlebnis, das die Verbraucher erwarten.

Von maßgeschneiderten Marketingkampagnen, die auf Kaufhistorie und Einkaufsort des Verbrauchers basieren, bis hin zur automatisierten Auftragserstellung auf Basis fortwährender Käufe von typischen Alltagsartikeln, revolutioniert KI bereits den Einzelhandel und wird dies auch weiterhin im Jahr 2018 tun.

IoT erhöht Anzahl der Berührungspunkte mit dem Kunden

Das Internet der Dinge ist ein wichtiges technologisches Schlagwort, unter dem nicht nur neue Geschäftsmodelle erschaffen wurden, auch die Effizienz in Unternehmen aller Branchen wird nach wie vor nachhaltig erhöht.

Die Technologie wird bereits im Einzelhandel eingesetzt, aber 2018 wird das Jahr, in dem das IoT die Kundenerfahrung maßgeblich verändert. Die Zunahme an Berührungspunkten mit Kunden ist bereits auszumachen – beispielsweise Tablets in Geschäften oder Online-Chatbots. Diese Entwicklung wird in den nächsten 12 Monaten stark zunehmen, da sich die Geschäfte noch stärker vernetzen.

Die Verbraucher berücksichtigen dies inzwischen: Laut einer SOTI-Studie kaufen 67 Prozent der Kunden eher in einem Geschäft ein, das Technologie integriert, und über zwei Drittel glauben, dass Einzelhändler, die mehr Technologie nutzen, ein schnelleres Einkaufserlebnis ermöglichen.

Das Spannende daran wird im kommenden Jahr sein, wie umfangreich die Anwendungen von IoT im Einzelhandel sind. Roboter werden Regale bestücken und so das Personal entlasten, um Mehrwerte für den zu Kunden schaffen. Währenddessen lassen intelligente Spiegel (Smart Mirrors) die Kunden virtuell Kleidung anprobieren und vernetzte Beacons senden unmittelbar nach Betreten des Geschäfts personalisierte Angebote an die Kunden.

Das Jahr 2018 wird voraussichtlich ein bedeutendes Jahr für das IoT in einer Reihe von Branchen wie dem Einzelhandel sein: Es könnte sich tatsächlich transformativ auswirken.

Wearable-Technologie treibt Smart Supply Chain voran

In der Konsumwelt ist die wachsende Verbreitung von tragbaren Geräten (Wearables) seit einigen Jahren einer der Haupttrends. Diese Technologie wird sich nun auch breit im Geschäftsumfeld verankern.

Aus Sicht des Einzelhandels ist Supply-Chain-Management der Bereich, in dem die transformativen Vorteile von Wearables am ehesten realisiert werden – von hochmodernen Geräten bis hin zu etablierten Geräten wie etwa Voice-Headsets.

Wearable-Technologie kann beispielsweise die Lagerverwaltung vereinfachen und die operative Effizienz verbessern, indem Mitarbeiter schnell und einfach Artikel scannen und den Lagerbestand überwachen können. Smart Watches können verwendet werden, um die Anordnung von Lagerflächen zu optimieren, und Smart Glasses ermöglichen den Verzicht auf zeitaufwendige papiergestützte Prozesse.

Aber nicht nur die Händler selbst werden davon profitieren. Denn Wearables werden zudem dazu beitragen, das Kundenerlebnis zu verbessern. Geografische Informationssysteme (GIS) werden den Lieferprozess für den Einzelhändler optimieren und dem Kunden umgehend das nächstgelegene Lager mit dem relevanten Produkt zuweisen.

Es ist noch relativ früh für Wearable-Technologie im Einzelhandel, aber 2018 wird das Jahr sein, in dem die Lieferketten deutlich intelligenter und mobiler werden – damit schaffen sie einen neuen Wert für Einzelhändler samt ihren Kunden.

Die Lieferung mittels Drohnen setzt sich durch

Im Dezember 2013 versprach der CEO von Amazon, Jeff Bezos, dass das Unternehmen bald mit der Paketlieferung per Drohne beginnen werde. Obwohl der Plan ursprünglich nur als Marketingaktion eingestuft wurde, vollzog Amazon seine erste erfolgreiche „Prime Air“-Drohnenlieferung bereits 2016.

Mit seiner Experimentierfreude ist Amazon nicht allein. Im November 2016 lieferte Domino‘s in Neuseeland erstmals eine Pizza per Drohne. Boeing stellte kürzlich den Prototypen eines unbemannten Frachtflugzeuges vor, das angeblich bis zu 500 Pfund transportieren könne.

Die Entwicklung des Versendens per Drohne schreitet voran. Die Lieferung am selben Tag ist bei vielen Einzelhandelsriesen bereits eine Option. Drohnen sind in der Lage, die Lieferung bei Bedarf sogar innerhalb einer Stunde anzubieten.

Sie werden darüber hinaus umfassend auf die Lieferung „bis zum letzten Meter“ getestet, was nicht nur ein neues Maß an Komfort für die Kunden bietet, sondern auch ein Werkzeug für die Geschäftsdifferenzierung in der technologiegetriebenen Zukunft des E-Commerce darstellt.

Mobility als Chance für den Einzelhandel

Mobility verändert sowohl die Einzelhandelslandschaft als auch das Einkaufserlebnis. Neue Geräte und Anwendungen erweitern die Reichweite der mobilen Geräte für den Einzelhandel. Selbstbedienungs-Kioske bieten Bestands- und Produktinformationen und mobile POS-Terminals ermöglichen es den Mitarbeitern im Einzelhandel, den Verkauf abseits der Kasse mit dem Kunden abzuschließen.

Die stark steigende Anzahl von Geräten im Retail-Umfeld erfordert die tägliche Verwaltung von Software, Apps und Inhalten sowie die Einhaltung von Standards bei Zahlungsprozessen, eine dedizierte Lösung ist nötig. Durch die Optimierung der Geräteverwaltung können Händler mit den sich ändernden Anforderungen der Kunden Schritt halten. Das Ergebnis ist ein verbesserter Kundenservice, steigende Umsätze pro Kunde und effizientere Geschäftsabläufe.

Da die Technologie immer weiter voranschreitet, ist es aufregend zu sehen, wohin die Branche gehen wird und, was noch wichtiger ist, wie sie unsere Erfahrung als Käufer gestalten wird.

 

Über den Autor:

Stefan Mennecke ist Regional Director Central Europe beim EMM-Anbieter SOTI.

 

von Stefan Mennecke

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