Aufsteigen und Leben

(c) Thinkstock/shironosov

Was macht eigentlich ein Business Developer?

Jobangebote mit dem Titel "Business Developer" finden sich mittlerweile zuhauf auf diversen Stellenbörsen. Was genau sich hinter der Bezeichnung versteckt, bleibt dabei oft unklar. Wir haben mit Ralph Urbanek gesprochen, Business Developer bei TÜV Süd Product Services in München, und ihn gefragt, wie sein Beruf aussieht und ob das eigentlich noch Vertrieb ist.

VM.DE: Herr Urbanek, was macht eigentlich ein Business Developer?
Ralph Urbanek: Ein Business Developer kümmert sich in erster Linie um die (Weiter-)Entwicklung von Geschäftsfeldern. Damit ist er ein starker Treiber von Wachstum und der zukunftsorientierten Ausrichtung von Unternehmen. Er bewegt sich dabei in drei von vier Wachstumsstrategien nach Ansoff: Marktentwicklung, Produktentwicklung, Diversifikation.

VM.DE: Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
RU: Von Alltag würde ich im Business Development nicht sprechen. Jedes Projekt hat seine eigenen Herausforderungen – wobei die Methodik sich durchaus wiederholt. Spannend wird der Job durch gewisse Gegensätze. So muss ein Business Development Manager einerseits ein gutes Gespür für Zahlen und deren Bewertung haben. Teilweise verbringt man viel Zeit im stillen Kämmerchen bei Desk Research. Andererseits gibt es Momente in denen kommunikatives Geschick gefragt ist – sei es um Kollegen von neuen Themen zu begeistern, einen Workshop zu leiten oder sein Netzwerk zu pflegen.

VM.DE: Was ist das Highlight eines Arbeitstages?
RU:Natürlich ist es immer ein Highlight, wenn man feststellt, dass eine Idee laufen gelernt hat und tatsächlich zum Unternehmenswachstum beiträgt.

VM.DE: Verstehen Sie sich als Vertriebler?
RU: Nein. Auch hier möchte ich wieder Ansoff bemühen. Aus meiner Sicht bewegt sich ein Vertriebler hauptsächlich im Feld Marktdurchdringung. Dort bin ich als Business Developer nur äußerst selten unterwegs. Das wird auch bei der Frequenz der Kundenkontakte deutlich. Als BDM bin ich wesentlich seltener im direkten Kontakt mit unseren Kunden. Und wenn, dann geht es mir darum herauszufinden, was in drei, vier oder fünf Jahren wichtig wird.

 

Über Ralph Urbanek:

Ralph Urbanek leitet die Bereiche Marketing und Business Development bei der TÜV SÜD Product Service GmbH in München. Das Unternehmen prüft und zertifiziert Produkte aus Industrie-, Medizin- und der Konsumgüterindustrie. Seit 2013 baut er die Abteilung „Business Development“ konzeptionell und strategisch auf.

 

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen unserer Reihe "Berufsbilder im Vertrieb". In regelmäßigen Abständen stellen wir an dieser Stelle die facettenreiche Vertriebslandschaft mit ihren vielzähligen Berufstiteln vor.

aus der Redaktion
 

Weitere Beiträge zum Thema Berufsbilder im Vertrieb

(c) Quadriga Media / Laurin Schmid (www.laurin-schmid.com)

Lesestoff

Was macht eigentlich ein...?

aus der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren...

(c) Thinkstock/littlehenrabi

Ratgeber

Wie Sie ein Kundenportal erfolgreich gestalten

von Jörg Kühnelt & Alexander Horn
(c) Thinkstock/Jane_Kelly

Ratgeber

Was ein Key Account Manager können muss

aus der Redaktion
(c) Thinkstock/Eyecandy Images

Ratgeber

Agiler werden im Vertrieb

von Katja von Bergen & Christian Herlan