Ratgeber

10 Tipps, um sympathisch zu wirken

von Andrea Jansen21.11.2017
(c) Thinkstock/Valueline
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Um vertrieblich erfolgreich zu sein, wollen wir alle sympathisch „rüberkommen“ und schnell vertrauen gewinnen. Was sie tun können, um sympathisch zu wirken.

von Andrea Jansen

Um der Kunst des sympathischen Wirkens näher zu kommen, sollten wir zunächst drei grundlegende Fragen klären. Erstens, wie schnell entsteht Sympathie? Zweitens, welchen Kardinalfehler sollten wir vermeiden, wenn wir unsere Sympathiewerte steigern wollen? Und drittens, was können wir konkret tun, um sympathisch zu wirken und es letztlich dann auch zu sein?

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Die US-amerikanischen Wissenschaftler Janine Willis und Alex Todorov von der Princeton University haben herausgefunden, dass wir alle eine Art unbewussten „Sympathie-Check“ durchführen, wenn wir auf fremde Menschen treffen oder verifizieren unseren „ersten Eindruck“ (der zu 70 % valide ist).

Daraus ergeben sich zwei Erkenntnisse, die es auf dem Weg zum sympathischen Wirken zu beachten gilt: Wir entscheiden schnell und meist auch (für uns jedenfalls) zuverlässig, wer uns sympathisch oder unsympathisch ist. Und wir können oft nicht in Worte fassen, wenn wir nach Gründen für unsere Entscheidung gefragt werden. 


Der Kardinalfehler

Einer der zentralsten Fehler ist es dabei sicherlich, bei anderen allzu offensichtlich um zustimmende Signale und „zwanghafte“ positive Wahrnehmung zu betteln. Wir alle haben schon einmal die Erfahrung gemacht, dass uns solche Menschen eher „nerven“ und nicht der gewünschte Effekt des „den/die-finde-ich-aber-angenehm“ entsteht.

Sind wir nun dem Sympathie-Check der anderen ausgeliefert?

Die Erkenntnisse des amerikanischen Psychlogen Elliot Aronson, University of California, und viele weitere Forschungsansätze können Sie jedoch gezielt nutzen, um Ihre Sympathiewerte bei Ihren Interessenten und Kunden zu steigern.

Profitieren Sie von nachfolgenden 10 Tipps, damit Sie bereits bei der ersten Begegnung punkten oder und ihren Sympathiewert noch steigern können.

1. Stellen Sie Ähnlichkeiten her

Die neueren Forschungen zu den Spiegelneuronen in unserem Gehirn untermauern die These, dass wir Menschen generell sympathischer finden, die ähnliche Ansichten wie wir haben oder - generell ausgedrückt - so sind wie wir (mehr dazu finden Sie hier).

2. Erfüllen Sie die Bedürfnisse des Gegenübers

Bei Begegnungen zwischen Menschen geht es darum, die gegenseitigen Bedürfnisse zu befriedigen. Es muss uns (wenn auch oft unbewusst) etwas „geben“ (Freude, Zeit, Aufmerksamkeit, Anerkennung, Feedback ...), mit dem anderen Zeit zu verbringen und auszutauschen.
Achten Sie aber auch darauf, dass Sie sich nicht selber überfordern.

3. Werden Sie sichtbar

Werde Sie überhaupt von anderen bemerkt? Sympathie entsteht im Wesentlichen durch die Wirkung auf andere. Wenn wir jedoch gar nicht bemerkt werden, dann wird‘s auch schwierig, uns sympathisch zu finden. Hierbei geht es jedoch nicht um ein „in-den-Vordergrund-drängeln“ (das führt dann einfach nur dazu, dass wir Aufmerksamkeit bekommen.
Das ist aber noch lange keine Sympathie). Es geht um eine positive Wahrnehmung meiner Person in den Augen meines Gegenübers, einer vielleicht beginnenden Anerkennung, die dann zu Beliebtheit und Sympathie führen kann.

4. Sorgen Sie für emotionale Nähe

Menschen, denen es gelingt, uns nahe zu sein, ohne uns dabei zu bedrängen, werden von uns in der Regel positiver und sympathischer wahrgenommen. Suchen Sie also ruhig einmal gedanklich oder vielleicht auch physisch (Achtung! Hier kann es wichtig sein, sich nur auf einen angedeuteten körperlichen Kontakt zu beschränken!) Es gibt jedoch den schmalen Grat zwischen Nähe und angemessener Distanz.

5. Fokussieren Sie sich und zeigen Sie Empathie

Wenn wir uns dem Anderen nicht zuwenden, diesem unsere Aufmerksamkeit versagen oder es uns nicht gelingt, uns in dessen Gedanken- und Gefühlswelt einzufühlen, dann wird es auch schwer sein, von diesem als sympathisch wahrgenommen zu werden.

6. Entwickeln Sie „sensorische Schärfe“

Den Begriff der „sensorischen Schärfe“ habe ich vor Jahren einmal entwickelt, um aufzuzeigen, dass es wichtig sein kann, nicht nur die verbalen, sondern auch die non-verbalen Botschaften beim Gegenüber zu erkennen. Sind Sie in ich in der Lage, eine „sensorische Schärfe“ zu entwickeln, um die im Kontakt mit diesen wahrzunehmen?
 Es geht hier nicht darum, Körpersprache zu deuten bzw. zu überdeuten“.

Es kann jedoch sehr hilfreich sein, im Gespräch zu erkennen, dass der Andere seine Position verändert, rote Ohren bekommt oder heftiger atmet und wir daraufhin unser Verhalten der Situation anpassen können, um eine bessere (einfachere, angenehme ...) Kommunikation zu ermöglichen.

Dies verschafft Ihnen, mehr Sympathiepunkte als weiterhin unsensibel in der Situation zu agieren.

7. Andere „weiter bringen“

Wenn es uns gelingt, den anderen „weiter zu bringen“, unsere Fähigkeiten und Kompetenzen anderen zur Verfügung zu stellen (das muss dann übrigens nicht kostenlos geschehen!), dann kann dies in unserer auf Logik und Fachwissen ausgerichteten Gesellschaft oft schnell einen Zuwachs an Sympathiewerten bringen. Verfüge Sie über Fähigkeit und Kompetenzen, die andere wertschätzen?

8. Schwächen nutzen

Perfektion schafft Agression! Menschen sind nicht perfekt. Gelingt es uns, mit unseren Schwächen positiv umzugehen und nicht in allen Situationen den Besserwisser „raushängen“ zu lassen? Stehen Sie dazu, dass Sie nicht perfekt sind.

9. Treten Sie angenehm auf

Nichts prägt so sehr das erste Bild von uns im Kopf des anderen. Oder wen finden Sie wahrscheinlich sympathischer: Den dominant auftretenden, lauten, unhöflichen Menschen ohne Gespür für die Situation oder aber einen höflichen, zuvorkommenden, durchaus klar kommunizierenden aber dabei immer wertschätzenden Menschen?

10. Bleiben Sie konstant

Launisches oder häufig wechselndes Verhalten im persönlichen Umgang irritiert Menschen und macht uns nicht einschätzbar. Zeigen Sie ein möglichst konstantes Verhalten aufgrund Ihrer Persönlichkeit. Sorgen Sie dafür, dass Sie für andere „berechenbar“ sind. So machen wir den Umgang mit uns für andere viel leichter.

Sympathie auf sich ziehen und Zuneigung hervorrufen

Forscher haben zudem heraus gefunden, dass ein gewisser Attraktivitätsbonus (also ein gutes Aussehen, Macht, Reichtum und soziales Prestige) die Sympathiewerte beeinflussen können, wenn auch unser übriges Verhalten zu diesen Merkmalen passt.

Sympathieträger sind Menschen, die die Sympathie anderer Leute auf sich ziehen und emotionale Zuneigung hervorrufen. Nutzen Sie diese Tipps, damit Sie Ihre emotionale Kundenbindung steigern können.

 

Über die Autorin:

Jansen Beratung & Training sind die Spezialisten für die Entwicklung von Führungskräften. Seit mehr als 25 Jahren erfolgreich am Markt hat sich Andrea Jansen spezialisiert auf Sales Coachings in der Dienstleistungsbranche.

 

von Andrea Jansen

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