Ratgeber

5 Tipps für einen starken Auftritt

von Imme Vogelsang14.02.2018
(c) Thinkstock/shironosov
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Begegnen wir Fremden, stecken wir sie innerhalb von nur rund 100 Millisekunden in eine Schublade, aus der sie nicht mehr herauskommen. Entscheidend sind Attraktivität, Kleidung und Körpersprache. Die gute Nachricht: Kleidung und Körpersprache kann man steuern. 

von Imme Vogelsang

Tipp 1: Zeigen Sie Präsenz

Der Moment, in dem Sie einen Raum betreten, das erste Mal jemandem begegnen, ist entscheidend für alles, was danach passiert. Dabei können wir mit unserer Körpersprache überzeugen. Am besten gelingt das, indem wir Präsenz zeigen, Mimik, Gestik und Haltung bewusst einsetzen. Das gelingt umso besser, je wohler wir uns fühlen. Wählen Sie also Gesprächsthemen, die Ihnen liegen. Dann nimmt Ihr Körper automatisch eine dominante Haltung ein: Ein ernster Gesichtsausdruck, ein leicht in den Nacken gelegter Kopf und ein hüftbreiter Stand.

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Das sind Machtsignale, die man von Menschen in Führungspositionen lernen kann. Subtile Gesten, respektvolle Blicke oder gezielte kurze Berührungen stellen klar, welche Position eine Person innehat. Eine typische Machtgeste ist die Berührung des Gegenübers. Man reicht die rechte Hand, berührt mit der Linken den anderen am rechten Oberarm – je höher, je besser. Gerade Frauen durchschauen solche Zeichen selten, scheuen sich, diese Gesten zu erwidern und ordnen sich damit unter. Nehmen Sie Machtsignale wahr und trauen Sie sich, den anderen zu spiegeln.

Tipp 2: Kopf hoch

Ein aufrechter (schulter-)breiter, fester Stand mit erhobenem Kopf strahlt Stärke aus. Dieser Hochstatus stahlt Selbstbewusstsein aus. Dafür kann es genügen, „Kopf hoch“ zu denken, und der gesamte Oberkörper richtet sich auf. Dabei bitte nicht ins Hohlkreuz gehen und die Brust rausstrecken: Übertreibungen wirken schnell arrogant.         

Aufgerichtet wird der Blick von oben nach unten gerichtet. Das hat nichts mit körperlicher Länge zu tun. Selbst die größte Person im Raum wirkt mit zusammengefallenem Brustkorb schüchtern. Umgekehrt strahlt eine kleine Person mit geöffnetem Brustkorb und erhobenem Haupt Autorität aus. Sind sie klein, vermeiden Sie Gespräche im Stehen und wahren Distanz.

Hochstatus kann man vor einen Spiegel üben. Frauen werden sehen, wie viel überzeugender sie wirken, wenn die Füße nur fünf bis zehn Zentimer weiter auseinander stehen – selbst im Rock. Männer werden merken, dass weniger mehr ist und eine professionelle Ausstrahlung nicht mit einem extrem breiten Stand einhergeht.

Frauen sind sich des Einflusses von nonverbaler Kommunikation oft nicht bewusst. Sie tun sich in Meetings, Gesprächen, Gruppen schwerer als Männer. Sie machen sich mit mädchenhaften Gesten klein, legen den Kopf schief (Achtung: Unterwerfungsgeste!), lächeln permanent und haben Hemmungen, ihr Territorium mit Körpersprache zu behaupten sowie in Gesprächen das Gesagte mit Gesten zu unterstreichen. Frauen sprechen außerdem viel zu leise und vermeiden Blickkontakt zu. Also: Sitzen Sie aufrecht oder stehen Sie im Hochstatus und vermitteln Sie mit überzeugendem Blick Souveränität. Auch die Fähigkeit Stille auszuhalten, kann Wunder wirken.

Tipp 3: Hände hoch

Das gilt für Mann und Frau: Zumindest müssen die Hände oberhalb des Bauchnabels bleiben. Dann sind die Ellenbogen zur Seite ausgefahren und wir nehmen Raum ein. Wer dagegen die Hände vor dem Schoß (=Freistoßhaltung!) oder hinter dem Rücken verschränkt oder die Arme schlaff hängen lässt, wirkt nicht überzeugend. Wenn Sie etwas zum Festhalten brauchen, nehmen Sie den Daumen Ihrer Hand.

Tipp 4: Bestimmen Sie die Schublade

Kleidung trägt signifikant dazu bei, in welche Schublade wir Personen stecken. Entscheidend ist, in welcher Branche und Position Sie tätig sind, mit welcher Kundenzielgruppe Sie es zu tun haben. Analysieren Sie Ihr Umfeld: Welche Kleidung, Farben, Schnitte, Marken sind angesagt. Welche Kleidung ist mit Kompetenz und Souveränität verbunden. Das kann je Branche völlig unterschiedlich sein. Doch egal ob Anzug oder Jeans, Oberhemd oder T-Shirt: Der Blick der anderen wandert immer zuerst dahin, wo es hell ist. Also nach oben zum hellen Hemd – und damit zum Mund, aus dem hoffentlich etwas Kompetentes herauskommt!  

Tipp 5: Überzeugen Sie mit kompetenten Farben

Weltweit und zu jeder Jahreszeit gelten gedeckte Farben wie Dunkelblau, Dunkelgrau und Schwarz als seriös. Allenfalls kommen im Frühjahr oder Sommer Grau- und Naturtöne dazu. Diese Farbenlehre entspricht der Erwartungshaltung an kompetente Geschäftspartner. Regeln, die in hunderten von Jahren von Männern gemacht und gelebt wurden. So tragen Autoritätspersonen bis heute Dunkelblau. Der englische Banker ebenso wie fast jeder bedeutende Wirtschaftslenker. Anthrazit ist in puncto Autorität die zweitbeste Farbe. Für Männer gibt es weltweit keine anderen Farben, die für einen Business-Anzug wirklich anerkannt sind.

Eine Sonderrolle spielt Schwarz. Für Männer mit Stil ist Schwarz eine „Anlassfarbe“, die nur zu eleganten, festlichen Terminen getragen wird. Frack und Smoking wie der offizielle Anzug für Hochzeiten und Beerdigungen sind schwarz. Selbst wenn es modern ist: schwarze Anzüge sind tabu fürs tägliche Business. Denn Männer können die Farbe Schwarz nicht steigern, wenn es mal wirklich elegant und festlich zugeht. Frauen können Schwarz auch tagsüber tragen. Denn sie haben andere Möglichkeiten, den Glamour-Faktor zu erhöhen: Sie können jede andere Farbe in glänzendem Taft oder in Seide anziehen, High-Heels, Schmuck und offenes Haar tragen.

Erdtöne sind nicht immer eine gute Wahl. Zwar wirkt Braun erdverbunden und steht für Geborgenheit, ist aber nie offiziell. Verzichten Sie gerade in entscheidenden Situationen auf Naturtöne. Es sei denn, Sie sind Arzt, Therapeut oder im sozialen Bereich tätig. Dann schaffen helle Farben und Naturtöne Vertrauen.

Fazit: Dunkle und kräftige Farben verleihen größere Präsenz. Starke hell-dunkel Kontraste wirken kompetenter als Ton-in-Ton-Kombinationen. Helle Farben ziehen den Blick an. Darum tragen Sie helle Farben immer nah am Gesicht, um die Aufmerksamkeit auf ihre Inhalte zu lenken.

 

Über die Autorin:

Imme Vogelsang ist selbstständige Imageberaterin, Coach, Fachbuchautorin, Pressesprecherin bei Etikette Trainer International (ETI) sowie Dozentin an diversen Hochschulen in Deutschland. Sie vermittelt „Updates“ für einen erfolgreichen Auftritt im Geschäftsleben – denn mit Fachkompetenz allein kann man heute kaum noch punkten. Seit der Quotendiskussion coacht sie zunehmend Frauen in Führungspositionen mit Potenzial für Geschäftsleitung und Vorstand. 

 

von Imme Vogelsang

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