Ratgeber

9 Tipps für erfolgreiche Führungsarbeit

von Andreas Kern07.05.2018
(c) gettyimages/Mintr
(c) gettyimages/Mintr

Chefs müssen nicht immer motivieren. Manchmal reicht es auch einfach, wenn Sie aufhören, die Mitarbeiter zu demotivieren. Denn so steigern sie nicht nur die Performance.

von Andreas Kern

Für Unternehmen gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht: Die Gute ist, dass die Bezahlung nicht annährend so wichtig ist wie vielfach angenommen. Auf der Rangliste von genannten Kündigungsgründen kommt das Gehalt erst auf den hinteren Plätzen der Top 10. Die schlechte Nachricht ist, dass unter den Top drei der genannten Kündigungsgründe die unmittelbar vorgesetzte Führungskraft steht. Dazu muss man bedenken, dass viele Mitarbeiter bei einem Kündigungsgespräch, sofern es überhaupt eines gibt, den wahren Kündigungsgrund gar nicht angeben. Denn nur wenige Arbeitnehmer haben den Mut oder Willen, sich mit genau dem Vorgesetzten noch einmal auseinander zu setzen, wegen dem sie das Unternehmen verlassen.

+++ Melden Sie sich jetzt an für unseren kostenlosen Newsletter Vertriebsszene und erhalten Sie wöchentlich und kostenlos Einsichten aus der Vertriebspraxis, lukrative Jobangebote und eine Auswahl an Personalwechseln. +++

Bemerkenswert ist, wie unterschiedlich die Wahrnehmung in Bezug auf die Führungskraft ist. Während sich 97 Prozent aller Chefs für gute Führungskräfte halten, haben 69 Prozent aller befragten Arbeitnehmer angegeben, schon wenigstens einmal eine schlechte Führungskraft gehabt zu haben (Gallup Engagement Index 2016).

Der Grund für diese Diskrepanz liegt häufig in der mangelnden Ausbildung von Führungskräften.  Einem Topverkäufer wird oft automatisch unterstellt, dieses verkäuferische Können ohne Weiteres auf Andere übertragen zu können. Aber das wäre genauso, als würde man einem Top Torjäger der Ersten Bundesliga ohne Vorbereitung eine Mannschaft zum trainieren übergeben und erwarten, dass jedes Teammitglied nun genauso viele Tore schießt. Das kann funktionieren, muss es aber nicht!

Ein guter Chef muss Führungskraft und Manager sein. Hierbei gilt es den Unterschied zu betrachten:
Managen hat mit Aufgaben zu tun, Führen mit Menschen. Darum hier ein paar wertvolle Tipps für Alle, die als Führungskraft erfolgreich werden wollen.

Tipp 1:

Halten Sie Kontakt mit Ihren Mitarbeitern. Es muss nicht immer das lange Meeting im großen Konferenzraum sein. Eine E-Mail oder ein kurzes Telefonat zeigt, dass Sie da sind und gedanklich bei Ihren Mitarbeitern. Wichtige private Termine Ihrer Teammitglieder wie zum Beispiel Geburtstag oder Jubiläum müssen Sie kennen und entsprechend handeln.

Tipp 2:

Delegieren Sie Aufgaben. Geben Sie hierbei das Ziel vor, nicht aber den Weg. Dies ist eine gute Möglichkeit um Ihren Mitarbeitern Vertrauen und Wertschätzung entgegenzubringen und sie damit zu motivieren.

Tipp 3:

Die billigste und einfachste Motivation ist ein ehrlich gemeintes Lob. Nutzen Sie gute Leistungen Ihrer Mitarbeiter um Ihre Anerkennung auszusprechen. Das wirkt nachhaltig!

Tipp 4:

Lassen Sie Fehler zu: Fehler sollten nicht nur erlaubt, sondern sogar gewünscht sein. Wer weiß, dass er Fehler machen darf, hat keine Scheu Neues auszuprobieren oder neue Ideen einzubringen. Daraus entstehen Innovationen und Verbesserungsvorschläge für betriebliche Prozesse. Wenn notwendig, bieten sie Ihre Unterstützung an.

Tipp 5:

Regelmäßiges Feedback ist ein Muss: Jeder will wissen, wo er steht. Es ist nicht damit getan, einmal im Jahr ein Zielvereinbarungsgespräch zu führen. Je nach Unternehmen müssen mehrere, regelmäßige Gespräche stattfinden. Dies kann in Form von Teamsitzungen und/oder in Einzelgesprächen sein. Auch Kritik ist hier erlaubt jedoch konstruktiv und fördernd.

Tipp 6:

Treffen Sie Entscheidungen: Eine schlechte Entscheidung ist immer noch besser als gar keine Entscheidung. Als Führungskraft müssen Sie die Richtung vorgeben. Das schafft Sicherheit für alle. Jeder weiß, wohin die Reise geht. Wichtig ist, dass ein Ziel keine starre, unveränderliche Vorgabe ist. Ist eine Korrektur notwendig… dann treffen Sie wiederum eine Entscheidung!

Tipp 7:

Vermitteln Sie Ihren Mitarbeitern die Unternehmensvision. Wenn ein Mitarbeiter die Sinnhaftigkeit seiner Arbeit erkennt, wird er kreativer und produktiver

Tipp 8:

Ihre Mitarbeiter orientieren sich an Ihnen. Leben Sie das vor, was Sie von Anderen erwarten.

Tipp 9:

Lernen Sie Ihre Mitarbeiter kennen. Was ist er/ sie für ein Typ. Wo liegen die Stärken, wo das Potential? So können Sie die richtigen Aufgaben an die richtigen Leute delegieren. Das motiviert und führt zu wesentlich produktiveren Ergebnissen.

 

Über den Autoren:

Andreas Kern ist mit seinem Beratungsunternehmen Kern Coaching spezialisiert auf die Zuliefererbranche des Baugewerbes. Zu seinen Kunden gehören Einzelhandel, Großhandel und Direktvertrieb von erklärungsbedürftigen, technischen Produkten. Der Fokus seines Unternehmens liegt in der Aus- und Weiterbildung von Vertriebsmitarbeitern und Führungskräften. Ferner unterstützt er mittelständische Unternehmen bei der Vertriebssteuerung sowie beim Organisieren von Verkaufsaktionen, Hausmessen und Messeveranstaltungen.

 

von Andreas Kern

Ressort

(c) Shutterstock

Gastbeitrag

CRM-Einführungsprojekt auf Kurs – Wie Sie richtig starten

Claudio Endres30.06.2020

Ein intelligentes Tool für das Customer Relationship Management (CRM), in dem alle Daten zu Kunden gesammelt werden, bietet bildet die Grundlage des modernen Vertriebsmanagements.

(c) Getty Images/rclassenlayouts

Studie

Vertriebskennzahlen 2020

aus der Redaktion25.06.2020

Kennzahlen sind schon immer ein wichtiges Instrument im Vertrieb, doch in Zeiten der Corona-Pandemie gewinnen sie weiter an Bedeutung.

(c) Getty Images/YinYang

Gastbeitrag

Wie managt man Vertriebsteams aus dem Homeoffice und in Krisenzeiten?

Sergei Anikin20.05.2020

Die Corona-Krise stellt den Alltag der Menschen auf den Kopf. Und viele Unternehmen sind inzwischen auch im Survival-Modus. Doch wie managt man ein Team im Rahmen der Corona-Pandemie digital und aus dem Homeoffice – und geht gleichzeitig sinnvoll mit der Krise um?