Interview

Sozial, medial, total digital …

Von Eva Theil17.04.2015
Social Media im Vertrieb, Foto: www.thinkstock.com
Social Media im Vertrieb, Foto: www.thinkstock.com

Wie sinnvoll ist der Einsatz von Social-Media-Kanälen im Vertrieb? Wie nutzen Unternehmen diese sinnvoll und welche Gefahren lauern hier für Vertriebler? Drei Profis, drei Meinungen. 

Von Eva Theil


Rene Beutner

René Beutner | Director Communications Central Europe, Groupon

Kathrin Marisa Leimig

Kathrin Marisa Leimig | Leiterin Internationaler Vertrieb von Bestandsimmobilien und Neubauprojekten, David Borck Immobiliengesellschaft

Andreas Fischer

Andreas Fischer | Geschäftsführer, Curated Shopping (MODOMOTO)

 

Wie nutzen Sie in Ihrem Unternehmen Social Media?

Beutner: Social Media ist für uns einer der wichtigsten Kanäle in der direkten für Kundenkommunikation. Wir nutzen unsere Social Media Plattformen, um unsere Kunden auf besondere Deals aufmerksam zu machen, auf Ihre Vorschläge und Fragen einzugehen, aber auch, um in der Community gemeinsam Spaß zu haben. Facebook ist hierbei unser wichtigster Kanal, da wir dort die höchste Reichweite sowie Anzahl der Fans haben. Hier führen wir die meisten Kundendialoge und erzielen den größten Gewinn mit unseren Deals.

Leimig: Als Immobiliengesellschaft nutzen wir viele gängige Social Media Kanäle, die man auch aus dem privaten Bereich kennt. Facebook steht als soziales Netzwerk ganz oben auf der Liste. Hier gewinnen wir täglich Follower und informieren über neue Projekte oder Immobilienangebote.  Auch über regelmäßige Mailings, unseren Blog oder Xing teilen wir Neuigkeiten. Oft posten wir auch Beiträge über aktuelle Entwicklungen und Trends aus der Branche. Immer wichtiger wird für uns der Multimedia-Bereich: Das Thema Video-Sharing wird bei uns großgeschrieben, denn wir vermarkten alle größeren Immobilien mit einem eigenen Video.

Fischer: Social Media bietet für uns wichtige Kanäle, denn MODOMOTO ist ein sehr virales Thema. So können wir via Social Media unsere Story erzählen, das Markenimage schärfen und Markenbotschafter aufbauen. Natürlich ist Social Media zur Neukundenakquise unentbehrlich, genauso dienen Facebook & Co. aber auch zum Dialog und Feedback mit Bestandskunden und Fans.

 

Wie sinnvoll ist der Einsatz von Social Media-Kanälen im Vertrieb?

Beutner: Social Media ist für uns auch aus Vertriebssicht ein immer stärker wachsender Kanal. Denn neben der zunehmenden Anzahl an Interaktionen, wie Likes, Shares und Comments bei Kampagnen, messen wir auch ein immer weiter wachsendes Kaufinteresse auf Basis unserer Deal-Empfehlungen. Das bedeutet, dass wir konstantes Wachstum bei den Klickzahlen für unsere Deals sowie bei dem erwirtschafteten Gewinn sehen.

Leimig: Ich halte den Einsatz von Social Media in der Immobilienbranche für äußerst sinnvoll. Er ist eine perfekte Ergänzung zu den Makleraktivitäten aber auch zu den Online-Portalen wie Immobilienscout24. Für mich gehören Immobilienvermarktung und Social Media zusammen, denn es eröffnen sich dadurch viele Chancen und genau genommen auch ein neuer Vertriebskanal. Mit Hilfe der einzelnen Social Media-Kanäle machen wir zum einen die verschiedenen Zielgruppen auf unsere Immobilien aufmerksam, zum anderen positionieren wir uns gegenüber Mitbewerbern als Trendsetter.

Fischer: Das ist immer in Abhängigkeit vom Produkt zu sehen. Bei uns eignet sich Social Media außergewöhnlich gut für den Vertrieb, da das Produkt einen Überraschungseffekt bietet und sich durch ausführliches Storytelling hervorragend erklären lässt. Social Media hat Potenzial, sich als großer Push-Kanal im Online Marketing zu etablieren und eignet sich besonders für die Bewerbung von Dienstleistungen und zum Markteintritt außergewöhnlicher aber eingängiger Produkte und Dienstleistungen.

 

Welche Gefahren sehen Sie bezüglich Social Media im Vertrieb?

Beutner: Für uns ist Social Media keine Gefahr, es ist für uns vielmehr Teil eines integrierten Vertriebskonzeptes, welches durch unsere Mobile App noch weiter ergänzt wird. Wir glauben, dass man den Kunden dort erreichen muss, wo er sich aufhält, ob das nun Facebook, Twitter oder Pinterest ist. Nur so kann man einen gezielten, nachhaltigen Kundendialog aufbauen.

Leimig: Gefahren stellen sicherlich die umfassenden Regeln des Datenschutzes dar. Genau aus diesem Grund lassen wir im Bereich Social Media nur Profis ans Werk. Wir umgehen mögliche Probleme, indem wir vorrangig mit Alleinaufträgen arbeiten und genaue Absprachen mit den Eigentümern halten. So können wir die Kanäle sicher und ohne Bedenken bestmöglich nutzen. Ich sehe generell aber eher Chancen als Risiken. Für mich ist Social Media auch eine moderne Form des Empfehlungsmarketing.

Fischer: Eine Gefahr besteht in der unpassenden, qualitativ schlechten oder zu häufigen Ansprache über Social Media. Ebenso kann die Adressierung der falschen Zielgruppe dem Markenimage schnell und nachhaltig schaden. Werbung wird dann als störend und unprofessionell empfunden. Storytelling muss daher gezielt und passend an den gewünschten Endverbraucher gerichtet werden. Social Media Advertising stellt hohe Anforderungen an die Unternehmensstruktur: Täglich werden neue Creatives benötigt, Kommentare und Feedback von Fans, Interessenten und Kunden müssen zeitnah beantwortet werden. Gleichzeitig ist die regelmäßige Erfolgsmessung und Evaluation im Vergleich zu anderen Marketing-Kanälen schwieriger. Ein hoher aber in der Kommunikation mit der Zielgruppe sehr lohnender Aufwand!

Von Eva Theil

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