Interview

Netzwerken in der Karibik

aus der Redaktion17.10.2018
(c) gettyimages/Levente Bodo;
(c) gettyimages/Levente Bodo;

Thorsten Pillo leitet beim BdVM die Fachgruppe Internationaler Vertrieb. Als Head of Region Latinammerica/Carribean bei G+D Currency Technology ist er regelmäßig beruflich dort unterwegs, wo andere Leute Urlaub machen.

aus der Redaktion

BD Plus: Herr Pillo, wie wichtig ist Netzwerken für Ihre Arbeit als Head Of Region Lateinamerika/Karibik bei G+D Currency Technology?

Thorsten Pillo: Grundsätzlich sind die Kulturkreise recht unterschiedlich. Selbst von Land und Land kann die Herangehensweise und der Smalltalk stark variieren. Netzwerken ist im Grundsatz aber nicht anders als wir es aus Europa kennen, auch wenn dies im beruflichen Alltag vielleicht einen höheren Stellenwert einnimmt.

Die Arbeit mit sozialen Medien ist etwas stärker ausgeprägt. Vernetzung über Facebook oder Instagram ist durchaus üblich, da diese Plattformen in der Region weiter verbreitet und vielleicht auch stärker akzeptiert sind als in unserem Kulturkreis, zumindest im beruflichen Kontext. Dies ist am Ende immer noch von der Branche und vom entsprechenden Marketingansatz abhängig.

In jedem Fall wichtig für die Arbeit in der Region sind zuverlässige und vertrauenswürdige Partner vor Ort. Diese können im Team selbst angesiedelt sein, es können aber auch Channelpartner, Agenten oder Reseller sein. Mit diesen findet durchaus auch eine stärkere private Vernetzung statt. In Zeiten von weiter zunehmender Compliance wird es aber immer wichtiger, sich vorsichtig zu bewegen und korrekt zu verhalten, dies beobachtet man im Gegenzug auch auf Seiten der südamerikanischen Geschäftspartner. 

BD Plus: Wo liegt hier der größte Unterschied zum Kontakte knüpfen in Deutschland?

TP: In der Anbahnung von Kontakten gibt es keine wesentlichen Unterschiede, außer dass vielleicht die Distanz nicht ganz so ausgeprägt ist wie in Deutschland. Es herrscht sicher mehr Herzlichkeit. Die Familie hat aber einen viel höheren Stellenwert als in Deutschland und dies wird auch gerne beim ersten Kennenlernen schon kommuniziert. Das uns eher bekannte Motto „mein Haus – mein Auto – meine Familie“ wird in der Region umgekehrt: „Meine Familie – mein Freundeskreis – meine sozialen Netze“.

BD Plus: Südamerikaner tendieren dazu, sehr offen und herzlich zu sein. Muss man da als Deutscher – auch als Vertriebler – sich noch lockerer machen? Oder endet die südamerikanische Freundlichkeit dort, wo das Geschäft anfängt?

TP: Es schadet nicht, den lokalen Lebensstil zu mögen und dies auch zu vermitteln. Die Lockerheit ist aber durchaus begrenzt. Auf die Geschäftsbeziehungen hat dies aber nur einen untergeordneten Einfluss, denn der Lateinamerikaner hat an unseren Kulturkreis auch die entsprechenden Erwartungen an Strukturen, Prozesse, Qualität, Pünktlichkeit und so weiter. Lediglich in der Problembehandlung mag das eine oder andere Mal mehr Flexibilität erforderlich sein.

Die Fragen stellte Norbert Wessendorf.

Hinweis: Dieses Interview erschien in den Verbandsseiten des Business Developer Plus, das ePaper von Vertriebsmanager.de. Mehr Informationen zum ePaper finden Sie hier.

Zur Person:

Dr. Thorsten Pillo ist in verschiedenen Managementfunktionen seit mehr als 12 Jahren im internationalen Vertrieb und Business Development für Giesecke + Devrient (G+D) tätig, davon auch mehrere Jahre im Ausland. Er leitet momentan er die Region Lateinamerika/Karibik bei der G+D Currency Technology GmbH, dem Weltmarktführer für Lösungen rund um Zahlungsverkehr mit Sitz in München.

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