Ratgeber

Warum die Körpersprache auch am Telefon so wichtig ist

von Frederick Justice11.01.2018
(c) Thinkstock/Erik Snyder
(c) Thinkstock/Erik Snyder

Die Körperhaltung beeinflusst maßgeblich unsere Art zu kommunizieren. Welche Fehler Sie beim Telefonieren vermeiden sollten.

von Frederick Justice

Bevor sie das erste Wort gesprochen haben, ist schon alles gesagt. Denn jeder Mensch sendet per Körpersprache Signale. Wer sich dessen nicht bewusst ist, der kann schnell unsympatisch und unattraktiv wirken. Dafür muss Sie ihr Gesprächspartner gar nicht erst sehen. Denn auch ihre Stimme wird von Ihrer Körperhaltung beeinflusst.

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So ist es auch bei einem Telefonat enorm wichtig, dass Sie mit der Körpersprache positive und offene Signale senden. Wenn Sie das verpassen, werden Sie rasch zu Ihrem Nachteil kategorisiert. Gestik und Mimik spiegeln sich in der Artikulation und Intonation wieder, deshalb gilt: Die Körpersprache beim Telefonat muss genauso ernst genommen werden, wie beim Face-to-Face-Kontakt.

Die gröbsten Fehler bei der Körpersprache

1. Verschlossen und negativ

Im Laufe eines stressigen Arbeitstags gehen die Mundwinkel automatisch ein wenig nach unten und die energiegeladene Körperhaltung vom Vormittag lässt nach. Plötzlich fühlt es sich viel bequemer an, die Arme abzustützen oder zu verschränken. In vielen Fällen denken wir uns nichts dabei und sind uns der Wirkung nach außen gar nicht bewusst. Auch wenn es nicht mit Vorsatz geschieht: Durch eine verschlossene Körperhaltung senden wir unserem Gegenüber ein negatives Signal. Wir wirken abweisend, vielleicht sogar unterkühlt. Wird hingegen eine offene Körperhaltung eingenommen, wirkt diese zugänglich. Jeder schaut gerne in ein freundliches Gesicht. Seien Sie versichert: ein Lächeln kommt auch während eines Telefonats beim Gesprächspartner an. Eine gewisse Heiterkeit überträgt sich auf Ihre Stimme, wodurch Sie überzeugend und sofort sympathischer klingen.

2. Inkongruente Körpersprache

„Herzlich Willkommen zur heutigen Veranstaltung. Ich freue mich sehr, dass Sie hier sind.“ – so oder ähnlich lauten möglicherweise die ersten Worte, die Sie an Ihr Publikum richten. Ihre Körpersprache sagt aber etwas ganz Anderes: „Ich habe keine Lust und möchte viel lieber wieder ins Bett.“ Ein lustloses Stöhnen gepaart mit genervten Stirnfalten und hängenden Schultern unterstreicht diesen negativen Eindruck. Achten Sie also in jeglicher Gesprächssituation darauf, dass Ihr gesagtes Wort zu Ihrer Körpersprache passt. Telefonieren Sie mit einer festen Stimme und nehmen Sie eine passend stabile Körperhaltung ein, denn man hört, wenn hier etwas nicht stimmt und nichts führt zu einer größeren Verunsicherung. Ihre Überzeugungskraft geht verloren – im schlimmsten Falle verlieren Sie das Vertrauen Ihres Gesprächspartners.

3. Hektische und wechselnde Körpersprache

Versuchen Sie hektische und unkontrollierte Bewegungen zu vermeiden. Egal, ob wild gestikuliert oder mit dem Kugelschreiber nervös in der Hand herumgespielt wird – hektische Bewegungen verbreiten Unsicherheit und wirken sich negativ auf Ihre Stimme aus. Eine störende Geräuschkulisse am Telefon, verursacht durch abwechselnd nervöses Auf-und-ab-Gehen und genervtes Fallenlassen in den Bürostuhl, lässt das Gespräch schnell unangenehm werden. Achten Sie darauf, ruhig zu bleiben. Lockere und fließende Bewegungsabläufe wirken positiv und angenehm, was auch am Klang Ihrer Stimme erkennbar ist. So strahlen Sie von Angesicht zu Angesicht aber auch über den Telefonkanal Souveränität und Selbstbewusstsein aus.

Sich der Botschaft bewusst sein 

4. Keine Körpersprache
 

Viele Menschen sind in Bezug auf das Thema Körpersprache sehr verunsichert. Da offenbar einige Dinge falsch gemacht werden und verschiedene Signale zu Missverständnissen führen können, erscheint es manch einem eventuell sogar sicherer und leichter, keinerlei Körpersprache anzuwenden. Durch Paul Watzlawick haben wir jedoch Folgendes gelernt: „Man kann nicht nicht kommunizieren, denn jede Kommunikation (nicht nur mit Worten) ist Verhalten und genauso wie man sich nicht nicht verhalten kann, kann man nicht nicht kommunizieren.“ (Paul Watzlawick). Sollten Sie also versuchen, Ihre Körpersprache „auszuschalten“, hat dies zur Folge, dass Sie für Ihre Gesprächspartner schlecht einzuordnen sind.  Sie strahlen nicht nur Emotions- und Energielosigkeit aus, sondern wirken eventuell sogar uninteressant oder befremdlich. Ihr Gesprächspartner darf nicht das Gefühl haben, einen Roboter am anderen Ende der Telefonleitung zu haben.

5. Übergriffige Körpersprache

Die Anwendung übergriffiger Körpersprache ist die schnellste Methode, um maximal unattraktiv zu wirken und um jegliche Erfolgschancen zunichtezumachen. Die individuelle Distanzzone eines jeden Menschen spielt eine tragende Rolle. Wichtig ist, diese zu erkennen und zu respektieren. Um eine Sensibilität zu entwickeln und um vielmehr eine angenehme Mischung aus Nähe und Distanz herzustellen, kann es helfen, folgende Grundregel für Körpersprache zu beachten: „2 Schritte vor, 1 Schritt zurück“.  Diese vorgeschlagene Regel gilt jedoch insbesondere für Interaktionen mit Menschen aus westlich geprägten Kulturkreisen gilt. In anderen Kulturkreisen kann es somit zu Abweichungen des Nähe-/Distanzgefühls kommen. Grundsätzlich ist es durchaus positiv, Distanzen abzubauen und eine gewisse Nähe innerhalb einer Kommunikation herzustellen. Dies lässt Sie sympathisch und herzlich wirken. Falls Sie jedoch feststellen, dass sich Ihr Gegenüber unwohl fühlt, sollten Sie etwas zurücktreten.
 

Das A und O in der Kommunikation ist und bleibt die natürliche Freundlichkeit. Ihr Gesprächspartner hört, sieht und fühlt schlechte Laune. Bleiben Sie entspannt und authentisch, denn das sind die Schlüssel einer positiven Körpersprache.

 

Über den Autor:

(c) Frederik Justice

Frederick Justice ist Experte für angewandte Rhetorik und Kommunikation.

Durch langjährige Tätigkeiten im Bereich Direktvertrieb, Telefonverkauf, Vertriebsmanagement im Geschäftskundenumfeld sowie als Lehrbeauftragter für Rhetorik entwickelte er eine Sensibilität und eine Leidenschaft für Situationen, die in Zusammenhang mit (Selbst)-Präsentation, der freien Rede und Verkauf stehen. Mit individuellen Seminaren und Vorträgen, unterstützt er Menschen dabei, ihre sprachliche und körperliche Ausdrucksfähigkeit auszubilden, sie zu trainieren und ihre rhetorischen Fähigkeiten somit nachhaltig zu verbessern.

von Frederick Justice

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