Studie

Gehaltsgefälle im Einkauf

Von Viktoria Bittmann13.06.2014
Vier Frauen, vier Männer - im Einkauf ist das undenkbar. Foto: www.thinkstock.com / hello meni
Vier Frauen, vier Männer - im Einkauf ist das undenkbar. Foto: www.thinkstock.com / hello meni

Die wenigen Frauen, die überhaupt im Einkauf arbeiten, sind in puncto Bezahlung deutlich schlechter gestellt als Männer. Im Schnitt verdienen sie 26 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. In Leitungspositionen sieht es nicht besser aus. Dies zeigt die Einkäufer-Gehaltsstudie 2014.

von Viktoria Bittmann

Ungleichheit auf dem Gehaltszettel: Einkäuferinnen verdienen im Schnitt 26 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen in gleicher Position. Außerdem bleiben Frauen in Einkaufsabteilungen die Ausnahme. Nur zwei von zehn Einkaufsleitern sind weiblich. Zu diesen Ergebnissen kommt die Einkäufer-Gehaltsstudie 2014, die von der Personal- und Change-Management-Beratung Penning Consulting, der auf Einkauf und Supply-Chain-Management spezialisierten Beratung Kerkhoff Consulting und dem Forum Einkauf des Österreichischen Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeitszentrums mit 132 österreichischen Unternehmen durchgeführt worden ist.

Demnach verdienen Einkäufer durchschnittlich 68.700 Euro brutto im Jahr, variable Gehaltsbestandteile inklusive. Das Durchschnittsgehalt von Einkäuferinnen und Supply-Chain-Managerinnen liegt mit 50.600 Euro um satte 18.000 Euro darunter. Wie aus der Studie hervorgeht, ist die Gehaltsschere zwischen den Geschlechtern auch in höheren Positionen erheblich. So erhalten Einkaufschefs im Schnitt ein Bruttojahresgehalt von 93.100 Euro, während weibliche Sales-Chefs auf nur 84.300 Euro kommen.

Auffällig bleibt außerdem der niedrige Frauenanteil in Einkaufsabteilungen. Von einem Aufwärtstrend kann dabei keine Rede sein. Im Gegenteil: Zwischen 2011 und 2014 sank die Anzahl der Einkäuferinnen von 26 Prozent auf 17 Prozent. Auf Einkaufsleiterebene sind gerade einmal zwölf Prozent Frauen zu verzeichnen. Die wenigen Frauen, die überhaupt im Einkauf tätig sind, verteilen sich zu 77 Prozent auf Sachbearbeiterstellen. Allerdings verdienen sie auch in diesen Positionen deutlich weniger als Männer. So liegt das durchschnittliche Jahresgehalt von männlichen Sachbearbeitern im Einkauf mit 41.467 Euro deutlich über dem von Frauen, die 31.157 Euro erhalten.

An der Studie haben von November 2013 bis Januar 2014 Geschäftsführer, Einkaufsleiter und Einkäufer aus Österreich teilgenommen. An der Online-Befragung beteiligten sich 132 Firmen, die über 221 Stellen Auskunft gaben. Untersucht wurden folgende Positionen: Einkaufsleiter eines großen, mittleren und kleinen Unternehmens, strategischer Einkäufer, Facheinkäufer beziehungsweise Warengruppeneinkäufer und Sachbearbeiter Einkauf. Unterschieden wurde außerdem nach Unternehmensgröße, Branche, Geschlecht und zu verantwortendem Einkaufsvolumen.

Von Viktoria Bittmann

Das könnte Sie auch interessieren...

(c) Getty Images / phototechno

Studie

Compliance im Vertrieb – Nutzen oder Last?

aus der Redaktion22.05.2019

Für das operative Geschäft können Compliance-Maßnahmen tatkräftige Unterstützung, gefühlte Belastung oder beides zugleich sein.

(c) gettyimges/Martin Ivanov-Marten;

Ratgeber

Das bedeutet Vertrieb ohne Kaltakquise

von Simone Brett-Murati13.05.2019

Würden Sie ein Produkt kaufen, nachdem Sie einen Anruf erhalten, in dem Ihnen ein unbekannter Unternehmer innerhalb weniger Sekunden erklärt, warum sein Angebot genau Ihren Geschmack trifft?

(c) gettyimages/AndreyPopov

Ratgeber

Aus Mensch vs Maschine muss Mensch + Maschine werden

von Michael Frauen02.05.2019

Die Digitalisierung hat entscheidenden Einfluss auf die heutige Arbeitswelt, so auch auf den Vertrieb. Statt sich aus Angst vor Veränderungen zu verschließen, sollten Vertriebler das Potenzial neuer Technologien für sich nutzen.