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Fünf Fehler, die Sie bei der Karriereplanung nicht machen sollten

Facebook, Twitter und Xing können die Karriere fördern - oder zum Killer werden. Ein Headhunter berichtet, welche Fehler Sie vermeiden sollten.

von Christopher Funk

Das Internet mit Google, Blogs, Facebook, Twitter, Xing und Co. ist heute ein Faktor, der für das eigene Vorankommen eine wichtige, wenn nicht entscheidende Rolle spielen kann. Richtig genutzt, kann der nächste Karriereschritt einfacher werden. Fehltritte können aber die ein oder andere Sprosse aus der Aufstiegsleiter brechen. Hier erhalten Sie die Not-to-Do Liste für die digitale Laufbahn-Optimierung.

1. Posten und Haten

Der Ton im Web wird immer legerer. Impulsive Einträge und Diskussionen inklusive rüder Verbalattacken sind für einige User heute Usus. Auf Facebook vergessen viele Menschen ihre Manieren oder geben mehr Privates preis als sie sich im Kollegenkreis jemals erlauben würden. Dabei lernen wir täglich, dass im Social-Web nichts geheim ist. Wird ein unbedachter Post durch Google auffindbar, kann dies das vorzeitige Ende einer Bewerbung bedeuten. Natürlich sagt Ihnen das niemand – Sie bekommen einfach eine Absage

2. Unprofessionell sein

Viele von uns haben eine starke Präsenz in der digitalen Welt. Wir haben Blogs, sind in Gruppen aktiv, rege Twitterer oder wahre Pinterest-Künstler. Dabei geht es oft um private oder semi-private Themen, wie den heimischen Sportverein, den Modellbau, die Grill-Leidenschaft oder den Regenwald. Auch bei beruflichen Topics zeigen sich einige Menschen sehr post- und auskunftsfreudig. Fragen Sie sich: Wie wirkt das, was ich „öffentlich“ tue, auf einen potentiellen Arbeitgeber? Entsteht hierbei der Eindruck, dass Ihre Energien vielmehr auf die Freizeit gerichtet sind, als auf Ihren Beruf, läuft etwas schief. Ihre Online-Veröffentlichungen sollen Sie so widerspiegeln, wie Sie auch im Berufsleben wahrgenommen werden möchten.

3. Unauffindbar sein

Gehen Headhunter und Recruiter auf die Suche, werfen sie als erstes die großen Talent-Suchmaschinen an: Xing, Experteer und LinkedIn sind in Deutschland derzeit die wichtigsten. Active Sourcing ist der neue Hype bei progressiven Personalern. Wenn Sie grundsätzlich karriereinteressiert sind, müssen Sie dafür sorgen, gefunden zu werden. Meiner Erfahrung nach sind 60 bis 70 Prozent aller Berufstätigen im professionellen Umfeld offline und damit über eine oberflächliche Recherche nicht erreichbar. Sie sind Herr Ihres Social-Media-Schicksals. Also müssen Sie sich genau überlegen wie Sie gefunden und wahrgenommen werden wollen. Beginnen Sie mit Xing und erstellen Sie ein professionelles Profil mit ebensolchem Foto. Kontrollieren Sie genau, was Sie eingeben. Überprüfen Sie Ihre Privatsphäre-Einstellungen, andernfalls benachrichtigt Xing all Ihre Kontakte über jede Ihrer Status-Änderungen. Überlegen Sie sich, bei welchen Stichworten Sie gefunden werden möchten und pflegen Sie diese Keywords in Ihr Profil ein. Schauen Sie sich andere Profile an und gute Ideen ab. Dann pflegen Sie mit Bedacht Ihr Netzwerk: wen kennen Sie und wen möchten Sie gerne kennen? Hierbei geht Qualität über Quantität.

4. Netzwerk nicht nutzen

Nur jede dritte Stelle wird überhaupt als Stellenanzeige veröffentlicht, denn am liebsten vergeben wir Jobs an Menschen, die wir kennen. So werden etwa zwei Drittel aller Positionen über Beziehungen und das erweiterte Netzwerk vergeben. Wenn Sie sich also beruflich bewegen möchten, sollten Sie dafür Sorge tragen, ein Teil dieses Netzwerkes zu sein – nämlich jemand, den man in der Branche kennt, der professionell, offen und hilfsbereit ist. Haben Sie Ihren Wunschjob im Visier, so nutzen Sie Ihre gut gepflegten Beziehungen als direkten oder indirekten Zugang zum relevanten Entscheider. Also verzichten Sie auf eine Bewerbung und klären Sie direkt ab, ob es zusammenpasst oder nicht. Das ist clever und Xing oder LinkedIn machen diesen Weg heute einfacher denn je.

5. Keine Kontrolle

Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Web-Präsenz, indem Sie nach Ihrem Namen suchen. Was würde ein Recruiter über die Ergebnisse denken? Wenn Sie Peter Müller heißen, nehmen Sie weitere Keywords wie Wohnort oder Arbeitgeber hinzu. Finden Sie etwas, das nicht (mehr) ok ist, ändern Sie den Eintrag oder sorgen Sie für dessen Löschung. Dies ist zwar immer aufwendig aber häufig möglich. Setzen Sie einen Google Alert auf Ihren Namen (ggf. plus weitere Begriffe). So werden Sie per Mail benachrichtigt, wenn neue Informationen zu Ihnen im Netz auftauchen. (Kleiner Tipp: erstellen Sie am besten gleich weitere Alerts zu Ihren Kindern.)

Im Internet gilt, was für Ihre Karriere auch gelten sollte: Setzen Sie sich Ziele, machen Sie einen Plan und handeln Sie bewusst. Sie müssen zu allem stehen können, was Sie tun – dann sind Sie auf dem richtigen Weg.

 

Über den Autor:

Nach dem Studium der Betriebswirtschaft und einigen Jahren in der E-Business Forschung an der RWTH Aachen konnte Christopher Funk den Aufbau der jobpilot AG (heute Monster) maßgeblich mitgestalten, wie das Internet den Rekrutierungs- und Stellenmarkt radikal veränderte. Als Verantwortlicher für Produkte, IT und Websites baute er in dieser Zeit mit seinem Team die meistprämierte Rekrutierungsseite Europas auf. Später, als Country Manager, war er zuständig für den Vertrieb und das deutsche Geschäft der Gruppe.

Anfang 2005 gründete der heute 51-Jährige gemeinsam mit Guido Huberti (vorher Managing Consultant bei Korn/Ferry International) die auf Vertriebspositionen spezialisierte Personalberatung Xenagos.

Bis heute besetzte Xenagos für über 700 Kunden branchenübergreifend mehr als 1.000 Vertriebsspezialisten über alle Hierarchieebenen. Als einer der TOP Headhunter im Bereich Marketing & Vertrieb gibt Christopher Funk sein umfangreiches Know-how über Vertriebsstrukturen, Talent Pipeline, Recruiting und Onboarding in Workshops, Vorträgen und Seminaren weiter. Das Unternehmen agiert international und ist mit Büros in Frankfurt am Main und Linz in Österreich vertreten.

 

von Christopher Funk
 

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