Studie

Die Welt braucht mehr Vertriebler

Norbert Wessendorf20.10.2016
Foto: iStock/DesignSolutionsInteractive
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Der Fachkräftemangel beschäftigt die deutsche Wirtschaft bereits seit einigen Jahren. Trotz der mehrheitlich negativen Folgen für die Wirtschaft allgemein müssen sich Vertriebler keine Sorgen machen. Denn sie sind eine der gefragtesten Berufsgruppen – und das nicht nur in Deutschland.

So lautet zumindest das Ergebnis der Studie Fachkräftemangel 2016 von der Manpower Group. Der Personaldienstleister hatte mehr als 42 000 Personalverantwortliche aus 43 Ländern gebeten, Fragen zum Fachkräftemangel zu beantworten. Herausgekommen ist, dass Vertriebsmitarbeiter und Vertriebsleiter die zweit- beziehungsweise  achtmeist gesuchten Fachkräfte in Deutschland sind. In der Befragung im Vorjahreszeitraum landeten Vertriebsmitarbeiter auf internationaler Ebene ebenfalls auf Platz 2.

 

Aus Sicht der Vertriebler ist die Kehrseite der Medaille, dass 2015 jedes zweite der 1 000 befragten deutschen Unternehmen Aufträge aufgrund des Fachkräftemangels ablehnen musste. Und auch bei angenommenen Aufträgen beklagten damals 42 Prozent der Befragten, dass der Fachkräftemangel es nicht erlaube, die Kundenbedürfnisse ausreichend zu erfüllen. Auch mache der Mangel die Unternehmen weniger wettbewerbsfähig und innovativ. Die 49 Prozent der Unternehmen, die 2016 Schwierigkeiten hatten, freie Stellen zu besetzen, bilden auch einen Spitzenwert. Lediglich 2006, als die Manpower Group mit der Umfrage begann, lag dieser Anteil der Unternehmen mit 53 Prozent höher.

Keine oder zu unerfahrene Bewerber

Eine Frage des Geldes scheint es jedenfalls nicht zu sein. Denn nur zehn Prozent der Personalverantwortlichen gaben an, das qualifizierte Personal verlange zu üppige Gehälter. 33 Prozent der Personaler klagten über zu wenige oder keine Bewerber, 30 Prozent über unzureichende Fachkenntnisse und 22 Prozent über fehlende Erfahrung.

Weniger erfahrene Vertriebler dürfen sich allerdings Hoffnungen machen. Denn die Autoren der Studie schätzen, dass die Unternehmen als Reaktion auf den Mangel an geeigneten Bewerbern gewillter sein dürften, in die Weiterbildung jungen Personals zu investieren. Wer im Vorstellungsgespräch Bereitschaft zur Fortbildung signalisiert dürfte also gute Chancen haben.

Angesichts der internationalen Nachfragelage haben Vertriebler mit Ambitionen auf einen Job im Ausland ebenfalls beste Aussichten. Hier gilt es die – wenn nicht sowieso schon perfekten – Englischkenntnisse zu polieren und auf ins Abenteuer. Wen es nicht gleich ganz in die Ferne zieht, der kann sein Glück erstmal in Österreich versuchen. Denn dort lagen Vertriebsmitarbeiter 2015 auf Platz 6 der begehrtesten Fachkräfte.

 

Norbert Wessendorf

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