Gastbeitrag

Die eigene Vertriebs-App - Pro und Kontra

Alexander Otterbach 08.07.2016
(c) Thinkstock/LDProd
(c) Thinkstock/LDProd

Die Entscheidung für eine eigene App kommt meist nicht aus der IT-Abteilung eines Unternehmens. Treiber sind Marketing und Vertrieb. Hier prallen Welten aufeinander. Wünsche und Anforderungen der Geschäftsführung, der IT und des Vertriebs an eine App können extrem unterschiedlich sein.

 

Von Alexander Otterbach

Der Wunsch nach flexiblem Zugriff auf Informationen, leichter Terminvorbereitung und das möglichst modern, entsteht im Alltag besonders bei Vertrieblern. Diese müssen oft noch immer zahlreiche Materialien, wie Kataloge, Flyer und Broschüren mit sich herumtragen und bekommen im Gespräch mit Kunden ein direktes Feedback über ihr Angebot und die Schnelligkeit der Services. Sie sind Ansprechpartner und gleichzeitig Gesicht des Unternehmens nach außen.

Daher ist es wichtig, eine gemeinsame Lösung zu finden, um den Herausforderungen des Marktes zu begegnen. Hier kann im ersten Schritt ein neutraler Blick von außen bei der ersten Entwicklung der Idee helfen. Die eigene Vertriebs-App ist vor allem gut für das Image. Moderne Technologie und eine ansprechende Produktpräsentation steigern das Ansehen einer Marke bei Kunden. So soll nicht nur einfach ein Produkt verkauft werden, sondern ein Feeling.

Unverwechselbarkeit und Individualität ist in der heutigen Zeit immer schwerer zu erreichen. Ein fortwährend größer werdendes Marktangebot, grenzenloser Austausch von Produkten über Landesgrenzen hinweg erhöhen den Konkurrenzdruck und dabei werden sich die Produkte immer ähnlicher. Will man sich als Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, ist das Mittel der Wahl inzwischen immer öfter eine App.

Die Entwicklung und Einführung einer App bringt im ersten Schritt jede Menge Konzeptionsarbeit mit sich. Performance, Usability und Akzeptanz sind grundlegende Faktoren, die bei der Entwicklung einer App berücksichtigt werden müssen. Schließlich soll die App eine Vereinfachung für den Kunden bieten und Mehrwert in der Kommunikation.

Einfach nur eine hübsche App reicht nicht

Herausforderung bei der Entwicklung einer eigenen App ist die optimale Darstellung für das individuelle Produktangebot. Lange Ladezeiten sowie eine komplizierte Handhabung führen oft zum sofortigen Klick auf den „Home Button“. Eine App, die einfach nur „hübsch“ ist, reicht also nicht – technologische Funktionalität darf hier nicht in den Hintergrund rücken. Die Entscheidung für eine Vertriebs-App erfordert daher das Abwägen einiger grundlegender Faktoren.  Hier ist nicht nur die Frage, für welches Design man sich entscheidet, sondern auch für welche Technologie: nativ, hybrid, Web-App? Auch die Software- und Content-Pflege der App ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt, der bei der Entwicklung berücksichtigt werden sollte. Denn Aktualität und Performance müssen immer gegeben sein. Jeder Nutzer weiß, wie schnell eine unnütze App in den Untiefen des Smartphones verschwindet.

Kommt die Idee für eine App aus der Führungsetage, müssen die Mitarbeiter meist erst für ihren Einsatz begeistert werden. Denn auch innerhalb des Vertriebs gibt es zahlreiche Meinungen zu der Einführung einer eigenen App: Die einen wünschen sich den Fortschritt in die Digitalisierung, die anderen befürchten möglicherweise den Verlust ihrer Stellung, die sie sich mittels des über Jahre hinweg angesammelten Wissens erarbeitet haben. Doch eine Vertriebs-App bedeutet auch die Unterstützung des Cross-Sellings und die Möglichkeit, neue individuelle Services zu bieten. Schwere Produktkataloge gehören der Vergangenheit an. Mittels Produktkonfigurator oder Empfehlung – wie bei Amazon – können die Erwartungen der Kunden an ein Einkaufserlebnis erfüllt werden und der Vertriebler effektiv im Gespräch unterstützt werden.

 

An erster Stelle steht das Image, dann folgt der Umsatz

In der ersten Phase der App-Konzeption besteht oft der Wunsch, mit der individuellen App einfach mehr Umsatz zu generieren. Doch im Projektverlauf wird meist deutlich, dass die App im ersten Schritt auf eine Verbesserung des Images abzielt. Umsatzsteigerung wird zum indirekten Ziel.

Im Gegensatz zu den Entwicklungs- und Implementierungskosten, sprechen viele weiche, aber schwer messbare, Faktoren für eine App-Entwicklung. Mit einer modernen und kreativen Produktpräsentation kann der Kunde leichter überzeugt werden. Außerdem erweckt der Einsatz von aktuellen Technologien Vertrauen in die Kompetenz und Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens, denn wer bei der Digitalisierung der Prozesse vorne dabei ist, versteht sicher auch etwas vom eigenen Produkt. Image, Kommunikation sowie Vertrauen in eine Marke stehen in einem engen Verhältnis zu Kundenbindung und eine Vertriebs-App kann diese Faktoren miteinander verbinden. Zudem weckt die Andersartigkeit der Präsentation die Neugier und fördert den Kaufwunsch.

Das richtige Konzept für die eigene Zielgruppe ist entscheidend. Irgendeine „0815“- App erzielt nicht die gewünschte Wirkung und steht damit in keinem Verhältnis zu den Kosten. Das Konzept für die App sollte eine gute Idee gleichermaßen mit Design, Technologie und Nutzerfreundlichkeit verbinden. Eine App mit zusätzlichen Services, die die eigene Marke optimal repräsentiert, kann einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz bedeuten und damit der Auslöser beim Kauf sein. Zusätzliche Services machen den entscheidenden Unterschied.

Alexander Otterbache (c) Privat

Alexander Otterbach ist Sales Manager bei der RDS Consulting GmbH in Düsseldorf und verantwortlich für das Thema Mobile & Cloud Solutions. Er berät Kunden insbesondere bei der Konzeption von Sales- und Marketing-Apps.

Alexander Otterbach

Ressort

Gastbeitrag

Schreiben Sie noch Excel-Listen oder schon Umsatz?

Tobias Mirwald16.09.2020

Excel ist im Arbeitsalltag fest etabliert, aber ist es wirklich für jede tägliche Herausforderung geeignet? Gerade im Vertrieb verschwenden Sie wertvolle Ressource und damit Chancen.

(c) Getty Images/rclassenlayouts

Studie

Vertrieb in Zeiten von Corona: Chancen mutig angehen oder Rückkehr zur alten Realität?

aus der Redaktion10.08.2020

Noch sind die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise nicht vollständig absehbar.

(c) Shutterstock

Gastbeitrag

CRM-Einführungsprojekt auf Kurs – Wie Sie richtig starten

Claudio Endres30.06.2020

Ein intelligentes Tool für das Customer Relationship Management (CRM), in dem alle Daten zu Kunden gesammelt werden, bietet bildet die Grundlage des modernen Vertriebsmanagements.