Ratgeber

Was ein moderner Coach können sollte

von Dieter Hohl18.05.2017
(c) Thinkstock/shironosov
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Ambitionierte Mitarbeiter wollen moderne Trainingsmethoden, die Präsenztrainings mit Mobile-Learning-Elementen kombinieren. Das stellt auch neue Anforderungen an die Coaches.

von Dieter Hohl

Schnelle, zweckbezogene und vor allem praxistaugliche Wissensvermittlung, die auch noch kostengünstig ist – das steht auf dem Wunschzettel der meisten Unternehmen. Eine Kombination aus Präsenztrainings und Mobile Learning kann dies leisten - so entsteht das sogenannte Microtraining. Diese Art der Schulung erfordert vom Lern-Coach neue Kompetenzen.

Ein konkretes Beispiel: Da die Anzahl der direkt-persönlichen Begegnungen mit den Teilnehmern sinkt, muss der Coach fähig sein, in kurzer Zeit eine motivatorische Wirkung zu erreichen, um den Lerner zu eigenständigem und selbstverantwortlichem Lernen zu bewegen. Wenn er im circa dreieinhalbstündigen Präsenztraining die Teilnehmer kennenlernt, sollte er die Fähigkeit haben, deren Persönlichkeit und auch Lerncharakter rasch und punktgenau einzuschätzen, um zu wissen, welche Teilnehmer, etwa beim Thema Einwandlbehandlung, mit einer Mobile Learning App wahrscheinlich nicht so gut zurecht kommen werden und eine Begleitung etwa per E-Mail benötigen.

     

    Auch „old-school“-Mitarbeiter mitnehmen

    Denn selbstverständlich sollen auch die „old-school“-Mitarbeiter ihre Einwandbehandlungsmethoden optimieren. Diese Mitarbeiter benötigen in der Mobile Learning-Phase eventuell mehr Unterstützung bei der Handhabung etwa ihres Smartphones als die Digital Natives, die in der digitalen Welt aufgewachsen sind. Zielführend ist es, bereits bei der Zusammenstellung der Lerngruppen die unterschiedlichen E-Learning-Niveaus zu berücksichtigen.


    Drei Vorteile des Micro Learnings

     

    1. Vertriebsleiter oder die Geschäftsführung können die Lernfortschritte mit HIlfe einer Mobile Learning App nachvollziehen.
       
    2. Der Besuch zeitintensiver Seminare entfällt, der Mitarbeiter ist rasch wieder an seinem Arbeitsplatz, die Ausfallzeiten sind gering. Der Verkäufer lernt dann, wenn es ihm passt und gefällt, er kann sein mobiles Endgerät als Lerninstrument wo auch immer nutzen: zu Hause, in Zug und Bahn, auch am Arbeitsplatz.
       
    3. Das Unternehmen spart Zeit und Kosten und darf sich über motivierte Mitarbeiter freuen. Denn deren Engagement steigt, weil diese Art der Weiterbildung ihren Erwartungen und Ansprüchen entgegenkommt, die sie an moderne Lernformen stellen. Und dass die Behaltenswahrscheinlichkeit – nach 30 Tagen von lediglich 10 Prozent auf bis zu 90 Prozent – wächst, freut Unternehmen, Vertriebsleiter und Verkäufer zugleich: Das in den Methoden-Mix integrierte Prinzip der Wiederholung von kurzen Lerninhalten führt zur Verfestigung des neuen Know-hows. Die Einwandbehandlungsmethoden gehen dem Verkäufer fast spielerisch in Fleisch und Blut über.

    Anwendungsorientierung im Fokus

    Bei einem Microtraining muss „alles“ kleiner, schneller, einprägsamer sein. Der Lern-Coach geht daher im Präsenztraining sehr zielorientiert vor und präsentiert seine Inhalte leicht verständlich und nachvollziehbar. Natürlich – das ist bei der Weiterbildung alter Prägung gleichfalls gefragt, aber nun im Microtraining unerlässliche Voraussetzung. Im Präsenztraining steht darum der Praxisbezug mit vielen praktischen Übungen im Vordergrund, ohne das theoretische Fundament zu vernachlässigen. Die didaktisch-methodischen Fähigkeiten des Lern-Coachs müssen darum sehr fokussiert auf die Umsetzung in die Praxis ausgerichtet sein, er sollte Spezialist im Transfercoaching sein.

    Bei externen Trainern darf das Unternehmen davon ausgehen, dass die Lern-Coachs über umfängliche Erfahrungen im Weiterbildungs-Methoden-Mix verfügen. Bei den unternehmensinternen Trainern ist es unbedingt notwendig, sie bezüglich ihrer didaktisch-methodischen Kompetenzen weiterzubilden, bevor sie als Lern-Coachs agieren können.

     

    Über den Autoren:


    (c) Dieter Hohl

    Dr. Dieter Hohl ist Trainer, Autor, Referent und Inhaber der Firma impuls! Training – Beratung – Recruiting. impuls! gilt als führendes Trainings-Unternehmen und bietet praxisorientierte Verhaltenstrainings für Vertriebs- und Führungskräfte an. In Kooperation mit dem Institute of Microtraining (IOM) führt impuls! darüber hinaus innovative Microtrainings durch. Dieter Hohl und seine Trainer haben sich auf nachhaltige Trainings für Mitarbeiter in verantwortungsvollen Positionen, Microtrainings und Coachingprozesse spezialisiert. Als Praktiker mit langjähriger Führungs- und Verkaufserfahrung legt er besonderen Wert auf den Praxisbezug und die langfristige Umsetzbarkeit der Inhalte im beruflichen Alltag.

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